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Demo in Görlitz: Kampf um Werke beginnt

Die Görlitzer Bevölkerung geht gegen die geplante Schließung großer Industriewerke auf die Barrikaden. Wir waren selbstverständlich auch vor Ort und haben mit vielen Arbeitern gesprochen.

Schließung bereits beschlossen

Trotz voller Auftragsbücher und dauerhaft anhaltendem Bedarf großer Industriedampfturbinen (gerade baut Siemens sogar weitere Werke!) soll das Siemens-Werk in Görlitz geschlossen werden, 900 Arbeitsplätze würden direkt wegfallen. Doch es kommt noch schlimmer: Auch beim Zug-Hersteller Bombardier wird die Schere angesetzt.

Schließen beide Werke, steht Görlitz eine Katastrophe bevor. Das muss verhindert werden! Mehr als 7.000 Arbeiter und Bürger versammelten sich am letzten Freitag auf dem Marktplatz und setzten ein klares Zeichen für die Zukunft ihrer Stadt. Ob sich nun etwas bewegt, hängt vor allem von der IG Metall ab, die mit großspurigen Ankündigungen und satten Geldern den Arbeitern nun greifbare Erfolge liefern muss.

Auf Kuschelkurs mit Managern…

Angemeldet hat die Demonstration denn auch die IG Metall – das war bei den hohen Mitgliedsbeiträgen und dem Kuschelkurs beim Thema Leiharbeit und Sozialkürzungen auch das Mindeste!

Die etablierte Großgewerkschaft hat auf der Demonstration vollmundige Versprechen verkündet – doch die Arbeiter und Angestellten werden die IG Metall nicht nach Worten, sondern nach ihren Taten beurteilen.

Damit hat sich die IG Metall auch zum Erfolg verpflichtet: Entweder die Werke werden gerettet. Oder das Ansehen der etablierten Gewerkschaft sinkt weiter im Sturzflug.

Beobachter sehen in den nun anstehenden „Gesprächen“ mit Managern und anderen Betriebsräten bereits ein Aufweichen im Kampfgeist. Statt direkt in harte Arbeitskampfmaßnahmen zu gehen und so dem Establishment direkt mit klarer Kante zu drohen, werden Gespräche in Luxus-Hotels keine Arbeitsplätze retten.

… und aggressiv gegen Arbeiter

Die Demonstration war gut organisiert, alle Abläufe waren professionell. Doch gerade mit dem aggressiven Verhalten ihrer Ordnungskräfte hat sich die im DGB organisierte Gewerkschaft keinen Gefallen getan. Schon vor Beginn der Demonstration drängten Ordner, die von auswärts anreisten und nicht zum Siemens-Werk in Görlitz gehörten, die solidarischen Kollegen des Stuttgarter Zentrums ab. Es kam zu Rangeleien und verbalen Drohungen seitens der IG Metall–Ordner.

Die IG Metall weiß, dass sie in den letzten Jahren nur wenig für die Arbeiter leisten konnte – und fürchtet jetzt eine oppositionelle Gewerkschaft, die sich wirklich wieder für die Interessen aller Kollegen einsetzt.

Wie geht es weiter?

Das COMPACT-Magazin von Jürgen Elsässer berichtet in seiner Nachrichtensendung von der Demonstration (hier geht es zum Video), auch die überregionale Presse ist nun auf das Thema aufgesprungen.

Den Managern geht es nur um ihren Profit, sie werden sich von halbherzigen Gewerkschaftlern nicht von ihrem Kurs abbringen lassen. Dringender denn je ist es jetzt nötig, dass gegenüber dem Establishment klar Haltung gezeigt wird.

Heute wird zumindest bei Bombardier teilweise gestreikt – es ist die erste klare und unmissverständliche Aktion der Arbeiter in der Lausitz (hier geht es zum Artikel).

Die Region Görlitz kann nur gerettet werden, wenn jetzt alle an einem Strang ziehen und jeder versucht, Arbeiter und Angestellte zu mobilisieren – über Partei oder Gewerkschaftsgrenzen hinweg!

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Kommentare (1)

Andreas Kumpfmüller
Die IG Metall gibt ihre Mitgliedsbeiträge lieber für den Kampf gegen rechts und Demo‘s für mehr illegale Zuwanderung, Buntheit und Weltoffenheit Deutschlands aus! Deshalb bin ich auch aus der Gewerkschaft und aus der Kirche, für die dasselbe gilt, ausgetreten! Schade ums Geld für solche verräterischen Vereinigungen!

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