„Leons Identität“: Teure Staatspropaganda

  • Die schwarz-gelbe Regierung von NRW verprasst im „Kampf gegen rechts“ 225.000 Euro Steuergeld für die Entwicklung eines plumpen und einfallslosen Propaganda-Spiels.

Schon seit Langem bemühen sich linke Aktivisten und staatliche Akteure um eine politisch korrekte Vereinnahmung der digitalen Welt. Nach der Zensur unliebsamer Meinungen auf Sozialen Netzwerken will der Verfassungsschutz in NRW nun mit einem Computerspiel den „Kampf gegen rechts“ vorantreiben – und scheitert grandios.

Einfallslos und plump

In „Leons Identität“ durchstöbert der Protagonist Jonas das Zimmer seines älteren Bruders Leon, der nach einem Streit mit seinen Freunden spurlos verschwunden ist. Dabei stößt der Spieler auf „eindeutige“ Hinweise, die belegen, dass Leon „nach rechts“ abgedriftet ist. So hängt in dem Zimmer etwa die schwarz-rot-goldene Fahne, auf dem Tisch liegt eine an das „Arcadi Magazin“ angelehnte Zeitschrift und die „Atavistische Aktion“ soll an die Identitäre Bewegung erinnern.

Damit ist die Stoßrichtung des Spiels klar: Mittels billiger Propaganda sollen die Opposition und patriotische Aktivisten als vermeintliche „Extremisten“ kriminalisiert werden. Auf der Internetseite zum Spiel wird immer wieder auf den Verfassungsschutz sowie die Landes- bzw. Bundeszentrale für politische Bildung verwiesen. Auf der Plattform Steam kommt das Spiel aufgrund seiner allzu ausgeprägten und plumpen Klischeehaftigkeit nicht bei allen Konsumenten gut an.

Fast eine Viertelmillion Euro Steuergeld

Entwickelt wurde das Spiel von der „bildundtonfabrik“, kurz btf GmbH, aus Köln. Das Unternehmen machte sich v.a. einen Namen als Produzent der Netflix-Serie „How to Sell Drugs Online (Fast)“ oder ZDF-Sendungen wie „Neo Magazin Royale“ mit dem Staats-TV-Clown Jan Böhmermann, für die die btf GmbH auch ein Spiel kreierte. Man gibt sich staatsnah.

Mit Erfolg: Der Auftrag für „Leons Identität“ kam von der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei und dem Innenministerium. Die Entwicklung fand unter Mitwirkung des Verfassungsschutzes NRW statt, der auch presserechtlich verantwortlich für die Seite zeichnet. Insgesamt ließ sich die Regierung in Nordrhein-Westfalen die Entwicklung des Spiels 225.000 Euro kosten.

Bislang liegen noch keine spielbaren Versionen für Mac und Linux vor. Auch Statistiken zur Nutzung bzw. zur Zahl der Downloads sind noch nicht verfügbar.

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