Derzeit laufen mehrere Prozesse gegen Mitglieder der linksextremen „Hammerbande“, auch bekannt als „Antifa Ost“. Die mutmaßlichen Führungspersonen stehen in Dresden vor Gericht, die jüngere Generation in Düsseldorf – hier ein Überblick. Während der Dresdener Prozess dazu geführt hat, dass Lina E. erneut in Haft genommen wurde, haben in Düsseldorf mehrere Angeklagte ein Teilgeständnis abgelegt.
Podcast: Vor dem großen „Hammerbande“-Prozess
Teilgeständnisse für geringere Strafen
Nele Philippine Maya Aschoff, Paula Leoni Pretzel, Emilie Samira Dieckmann und Luca Amelie Schaller aus Thüringen, Clara Judith Wittkugel aus Hamburg sowie Moritz Christian Leopold Schröter aus Leipzig waren an den brutalen Angriffen in Budapest im Februar 2023 beteiligt. Dabei wurden auch unbeteiligte Passanten verletzt, weil sie aufgrund ihrer Kleidung von den Linksextremisten fälschlicherweise einer rechten Veranstaltung zugeordnet worden waren. Drei der überfallartigen Attacken wertet die Bundesanwaltschaft als versuchte Morde, die übrigen Taten werden als gefährliche Körperverletzungen angeklagt.

Bereits zuvor war in München die Studentin Hanna Schiller wegen gefährlicher Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden – hier mehr dazu. Auch den Angeklagten in Düsseldorf und Dresden droht die Verurteilung wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.
Viele der nun in Düsseldorf Angeklagten waren bis Januar 2025 untergetaucht, um einer Auslieferung nach Ungarn zu entgehen. Aus dem Untergrund kommunizierten sie über Angehörige mit den etablierten Medien und den Strafverfolgungsbehörden. Der oftmals unkritische und verklärende Umgang öffentlich-rechtlicher Medien mit den Angeklagten sorgte wiederholt für Kritik.

Die zeitlich auf die Beweisaufnahme abgestimmten Teilgeständnisse dürften darauf abzielen, mildere Strafen zu erreichen. Die Indizienlage gilt inzwischen als erdrückend. Welche Auswirkungen diese unter Linksextremen unüblichen und als „Verrat“ angesehenen Geständnisse auf das Verfahren in Dresden haben werden, ist derzeit noch offen.
Um ihren Rückhalt in der linksextremen Szene nicht zu verlieren, verbinden die Angeklagten ihre Geständnisse mit politischen Erklärungen und Geschwurbel über eine angeblich bevorstehende rechtsextreme Übernahme des Landes. Folgte man dieser absurden Argumentation, wären letztlich die Missachtung des geltenden Rechtes und die Anwendung jeder Form von politischer Gewalt gerechtfertigt, sofern sie in das ideologische Weltbild der Täter passen.

Fahndungsbild: Clara Judith Wittkugel
In unserer Recherche „Das Netzwerk der Hammerbande“ haben wir die Lebensläufe der Angeklagten nachvollzogen und ihre Verbindungen zu linken NGOs aufgezeigt, die nach unserer Einschätzung häufig den ideologischen Nährboden für Verschwörungserzählungen von einem drohenden „Rechtsruck“ bilden.

Fahndungsbild: Nele Philippine Maya Aschoff
Lina Engel in Beugehaft
Während des Prozesses vor dem Oberlandesgericht Dresden verweigerte Lina Engel, zuvor wegen ihrer führenden Beteiligung an der „Hammerbande“ zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt und auf Bewährung freigekommen, am 30. Juni 2026 als Zeugin die Aussage. Das Gericht entschied, dass ihr weder ein Zeugnis- noch ein Auskunftsverweigerungsrecht zustehe. Zur Begründung führte es an, dass sich die Fragen auf bereits rechtskräftig abgeurteilte Taten bezögen und sie sich dadurch nicht mehr selbst belasten könne.
Nachdem Engel ihre Aussage weiterhin verweigert hatte, ordnete das Oberlandesgericht sechs Monate Beugehaft sowie ein Ordnungsgeld in Höhe von 750 Euro an. Ein Antrag ihrer Verteidigung, den Vollzug der Beugehaft bis zur Entscheidung über Rechtsmittel auszusetzen, wurde abgelehnt. Engel wurde noch am selben Tag wieder in Haft genommen.