Urteil gegen „Maja“ – und weitere Prozesse

Heute wurde in Budapest das Urteil verkündet: Simeon Ravi Trux, der sich derzeit „Maja“ nennt und sich als „nonbinär“ identifiziert, wurde zu acht Jahren Haft verurteilt. Bereits vor dem Urteilsspruch wurde vereinbart, dass Trux die Haftstrafe in Deutschland verbüßen kann.

Ebenfalls in Abwesenheit verurteilt wurden der Italiener Gabriele Marchesi, dessen Auslieferung von Italien abgelehnt worden war, sowie die Deutsche Anna Christina Mehwald. Marchesi. erhielt eine Haftstrafe von sieben Jahren, Mehwald eine zweijährige Bewährungsstrafe.

Das Verfahren gegen die italienische Europaabgeordnete und Lehrerin Ilaria Salis wurde aufgrund ihrer durch die Wahl ins Europäische Parlament erlangten Immunität bereits zuvor eingestellt.

Parallel laufen weitere Verfahren in Düsseldorf und Dresden – und auch weitere Urteile sind bereits verkündet worden. Hier findet ihr alle Fakten.

Das vorläufige Ende

Seit Januar 2024 wurde in Budapest gegen Trux, Salis und Mehwald verhandelt. Salis wurde frühzeitig aus der Haft entlassen und zunächst in Hausarrest versetzt. Auch diesen konnte sie bald verlassen, nachdem sie über eine linksradikale Liste ins Europäische Parlament gewählt worden war. Dort kann sie sich nun auf den Schutz der etablierten Parteien Europas verlassen. Ein Versuch, ihre Immunität aufzuheben, scheiterte.

Anna Christina Mehwald musste hingegen nicht in Haft. Die Berlinerin wurde in Abwesenheit verurteilt.

Auch Tobias Edelhoff kam vergleichsweise glimpflich davon: Nach einem Deal in einem vorherigen Verfahren wurde er zunächst zu drei Jahren Haft verurteilt, die später auf ein Jahr und zehn Monate reduziert wurde. Dafür sagte er gegenüber den ungarischen Ermittlern ausführlich aus. Diese Strafe hatte er schnell verbüßt. Frei ist er dennoch nicht: Direkt nach seiner Haftentlassung in Ungarn wurde er von deutschen Behörden festgenommen und steht nun in Dresden gemeinsam mit den Rädelsführern der sogenannten Hammerbande vor Gericht. Dazu später mehr.

Trux, der sich in linken Kreisen mit dem Fantasienamen „Maja“ ansprechen lässt, galt lange als Vorzeigefigur der linken Szene. Recherchen zeigen jedoch, dass „Maja“ nicht nur linksextrem, sondern auch vielfach vorbestraft ist. Laut Bundesanwaltschaft war er unter anderem an einem Angriff auf eine Mutter in einem Ladengeschäft beteiligt.

Die weiteren Urteile und Prozesse

Nach den inzwischen fast in Vergessenheit geratenen Urteilen gegen Lina Engel und ihre Mittäter – Engel erhielt fünf Jahre und drei Monate Haft, Lennart Arning drei Jahre, Jonathan Mohr drei Jahre und drei Monate sowie Jannis Röhlig zwei Jahre und fünf Monate – folgte ein weiterer Prozess in Nürnberg (mehr zu den Personen findet sich hier). In Nürnberg wurde die Linksextremistin Hanna Schiller unter anderem wegen der Übergriffe in Budapest sowie wegen gefährlicher Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Mehr dazu hier.



Aktuell laufen die Prozesse in Dresden und Düsseldorf. In Dresden steht der harte Kern sowie die Führungsmannschaft um Johann Guntermann vor Gericht. Angeklagt sind neben ihm der oben erwähnte Tobias Edelhoff, Melissa Körner, Paul Müntnich, Thomas Jacobs, Henry Aulich und Julian Wohlfart.

Welche Angeklagten für welche Straftaten verantwortlich gemacht werden, ist hier nachzulesen.

In einem weiteren Verfahren in Düsseldorf müssen sich jüngere Mittäter der Hammerbande verantworten. Angeklagt sind Nele Philippine Maya Aschoff, Paula Leoni Pretzel, Luca Amelie Schaller, Moritz Christian Leopold Schröter, Clara Judith Wittkugel sowie Emilie Samira Dieckmann, die zeitweise eine Beziehung zu Rädelsführer Johann Guntermann hatte. Ihnen werden Taten in Budapest sowie weitere Angriffe in Deutschland zur Last gelegt.

Die Angeklagten waren zuvor untergetaucht, da sie eine Auslieferung nach Ungarn befürchteten. Im Januar 2025 stellten sie sich den Behörden, nachdem im Fall „Maja“ im Juni 2024 ein Urteil ergangen war, das eine nachträgliche Auslieferung untersagte. Die Prozesse in Dresden und Düsseldorf werden voraussichtlich bis mindestens 2027 andauern.

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